Unicat hat seinen Sitz in Dettenheim, in der Nähe von Karlsruhe, und ist Marktführer im Bau von Expedtionsfahrzeugen der Extraklasse. Marktführer, das bedeutet: es werden pro Jahr gerade einmal 10 Fahrzeuge rein nach Kundenwunsch gebaut. Da werden wir Campingbuddies natürlich hellhörig, wenn eine Meldung kommt, dass eine neue Kreation nicht nur die heiligen Hallen im Rheintal verlässt, sondern tatsächlich auch zum Verkauf angeboten wird. Darum schauen wir uns das Unicat Individual Expeditionsfahrzeug MD56c MAN TGS 6×6 einmal genauer an.

, Bis ans Ende der Welt: Weltreisemobil Unicat MD56c MAN TGS 6×6

Basis für dieses extrem geländegängige Appartement auf sechs Rädern ist die schwere Baureihe TGS des Lkw Herstellers MAN. In diesem Fall eine dreiachsige Ausführung mit viersitzigem Fahrerhaus, sowie einem 12,4 Liter Dieselmotor mit 540 PS. Die drei angetriebenen Achsen sind mit Offroad-Reifen im Format 14.00 R 20 bestückt und mit Beadlocks gegen das Verdrehen von Reifen und Felge im Gelände gesichert. Dass auch eine Reifendruck-Regelanlage verbaut ist, versteht sich eigentlich von selbst.

, Bis ans Ende der Welt: Weltreisemobil Unicat MD56c MAN TGS 6×6

Keine Grenzen dank Allradantrieb, Differentialsperren, Geländeuntersetzung

6×6 das bedeutet bei diesem MAN natürlich Allradantrieb, Differentialsperren an allen Achsen und für mehr Wendigkeit eine Zusatzlenkung an der dritten Achse. Damit die Fahrerei ans Ende der Welt nicht in Arbeit ausartet, wird über ein ZF 12-Gang Tip-Matic-Getriebe geschaltet und über das zusätzliche Verteilergetriebe kann man auch die benötigte Geländeuntersetzung wählen. Zusätzlich glänzt die Fahrerkabine mit vielen Annehmlichkeiten, wie luftgefederte Leder-/Alcantara-Sitze mit Klimatisierung, Birdview-Kamerasystem und Tempomat.

, Bis ans Ende der Welt: Weltreisemobil Unicat MD56c MAN TGS 6×6

Der wahre Luxus beginnt jedoch erst, wenn man durch die Klappe mit Faltenbalgen in den 5,6 Meter langen Unicat Kofferaufbau krabbelt. Dieser Aufbau ist über eine 3-Punkt-Lagerung auf dem Lkw-Rahmen befestigt, so dass bei Verschränkungen im Gelände keine Verspannungen befürchtet werden müssen. Zusätzlich ist der Wohnaufbau in Sandwichplatten-Bauweise mit GFK-Verbundplatten ausgeführt, kältebrückenfrei verklebt und rundum isoliert. 60 Millimeter Wandstärke schützen dabei genauso gut vor Hitze und Kälte, wie die Eingangstür mit doppelter Abdichtung vor Staub und Schmutz.

Offroad-Camper aus USA

Der Aufbau verfügt hinter dem Fahrerhaus über einen Wohn- und Essbereich mit Sitzgruppe für bis zu sechs Personen. Der Tisch kann zudem elektrisch abgesenkt werden, so dass die Sitzgruppe in ein Doppelbett mit einer Liegefläche von 140 x 200 Zentimeter verwandelt werden kann.

, Bis ans Ende der Welt: Weltreisemobil Unicat MD56c MAN TGS 6×6

Unicat bringt einen mit Luxus ans Ende der Welt

Links vom Einstieg auf der Beifahrerseite befindet sich die Küche. Diese unterscheidet sich kaum von einer modernen Haushaltsküche mit Edelstahl-Spüle, Backofen mit Mikrowelle, Induktions-Kochfeldern, Geschirrspüler und einer Kühl-/Gefrierkombination mit 130 / 65 Liter Inhalt. Geschirr und Kochutensilien sind pistenfest in speziell angepassten Fächern verstaut. Selbst anspruchsvolle Köche sollten in diesem edlen Ambiente, das durch den großzügigen Einsatz von Teakholz noch unterstrichen wird, Köstlichkeiten zaubern können.

, Bis ans Ende der Welt: Weltreisemobil Unicat MD56c MAN TGS 6×6

Doch auch im Bad geht es luxuriös mit Teakholz und Edelstahlarmaturen zu. Eine separate Dusche, die aus einem 600 Liter Frischwassertank und einem 60-Liter-Warmwasser-Wärmetauscher gespeist wird, verwöhnt die Insassen nach einer staubigen Wüstenfahrt genauso, wie –  und das ist schon erwähnenswert –  eine Toilette aus Porzellan. Das kennen nur wenige Wohnmobilbesitzer. Der Grauwassertank fasst 175 Liter, der Fäkalientank 110 Liter – natürlich frostgeschützt.

Bleibt noch das Schlafzimmer im Heck des Aufbaus, dessen Doppelbett mit den Maßen 1,6 x 2,0 Meter als angenehm groß bezeichnet werden darf. Richtig bequem wird es durch die entsprechende Komfort Matratze samt Unterlüftung und Bettheizung.

Mit dem Absenden stimmst du unserer Datenschutzerklärung (www.campingbuddies.de/datenschutzerklaerung/) zu. Außerdem versprechen wir hoch und heilig, dass wir dich nicht zuspammen werden 🙂

Autark dank 1.000 Liter Diesel und 24,6 kWh Strom

So ausgestattet lässt es sich auch auf längeren Reisen („länger“ im Sinne von weit jenseits der zwei Wochen Camping Urlaub an der Adria) gut aushalten. Die technischen Voraussetzungen liefert der Unicat Lkw gleich dazu, denn er besitzt eine Warmwasser-Zentralheizung mit 9 kW Leistung im Dieselbetrieb, eine 2,3 kW leistende Klimaanlage, sowie eine zusätzliche Standheizung im Fahrerhaus, das auch über eine separate Dachklimaanlage verfügt. Die benötigte Energie liefern einerseits die 1.000 Liter Diesel an Bord, andererseits eine elektrische Anlage mit 24,6 kWh Kapazität. Deren Akkus können natürlich bei Gelegenheit auch extern geladen werden, aber höchstwahrscheinlich werden sie die meiste Zeit über die Motor-Lichtmaschine, sowie über eine großflächige Photovoltaikanlage auf dem Dach des Wohnaufbaus gespeist.

Natürlich braucht das Beschriebene Platz und wiegt auch ein wenig. Für Innenstadt Durchfahrten ist der 8.160 Millimeter lange, 2.492 Millimeter breite und 3.660 Millimeter hohe Unicat-MAN natürlich weniger geeignet und mit 19.8 Tonnen ist er auch nicht ganz leicht. Trotzdem: für das Gebotene ist er durchaus handlich und darf sogar noch drei Tonnen Gepäck mitnehmen, bevor das zulässige Gesamtgewicht erreicht ist. Die Spezialisten aus Dettenheim haben zu diesem Zweck gleich eine 1,89 Meter lange, hydraulisch absenkbaren Ladeplattform ans Heck gebaut. Das reicht dann auch für zweisitziges Side-by-Side-Fahrzeug von Can Am, um am Ende der Welt kleinere Ausflüge zu machen.

Weiterlesen:
Video: Carbon World Cruiser – Das Leichtbau-Expeditionsmobil
Wohnkabinen von BUMO: Auf Achse in der Blockhütte
Unicat MD57: Gewaltiges 4×4-Fernreisemobil auf MAN-Basis

Wie eingangs schon erwähnt, steht der Unicat MD56c MAN TGS 6×6 aktuell zum Verkauf. Jungfräuliche 800 Kilometer stehen auf der Uhr und entsprechend lässt sich auch nur schlecht über einen Vorführwagen- oder Gebrauchtwagen-Rabatt verhandeln. Doch wer daran schon denkt, ist sowieso nicht die Zielgruppe. Mit mindestens einer Millionen Euro sollte man beim Kauf des Expeditionsmobils schon rechnen. Das Gute: die große Freiheit ist dann schon inklusive.

Galerie

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.